Manche Geschichten erzählen sich nicht von selbst.
Sie wollen reifen. Setzen sich leise in eine Ecke und warten, bis wir bereit sind.
Diese hier ist so eine.
Es geht um Abschied - nicht dramatisch, aber spürbar.
Um ein Ritual, das still gegangen ist, ohne sich zu verabschieden. Und um das, was bleibt, wenn etwas Vertrautes plötzlich fehlt.
Ich wollte 20 Jahre voll machen.
20 Sommer lang Kneipp-Einführungen für den Tourismusverband.
Barfuß. Achtsam.
Mit einer alten Zink-Gießkanne in der Hand - meiner Gießkanne.
Nicht als Pflichttermin, sondern als Einladung, sich wieder zu spüren.
18 Jahre lang war das mein Sommer-Ritual.
Dann kam der Herbst.
Und mein Nachbar warf die Gießkanne in den Müll.
"Die war doch alt", sagte er.
Ich stand da - und spürte:
Nicht nur die Kanne war weg.
Es war, als hätte jemand mein Kneippen entsorgt.
Nachdem ich sie beim Recyclinghof nicht mehr gefunden hatte, versuchte ich sogar, wieder so eine Gießkanne zu bekommen.
Genau die gleiche.
Aber es war nicht mehr dasselbe.
Wenig später kam der nächste Schlag:
Der Tourismusverband wollte das Angebot nicht mehr.
Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Rund. Schön. Mit einem stillen Danke.
Aber das Leben hatte keinen Abschied vorgesehen.
Nachsatz
Und dann, im Frühjahr 2026, klopfte ich in Ellmau an. Man öffnete die Tür. Mal sehen, was daraus wird.
Wegzeichen - Post von mir
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